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Michael-Ende-Schule

Städtische Förderschule mit dem Schwerpunkt:

Emotionale und soziale Entwicklung

Die Michael-Ende-Schule

ist eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung. Sie nahm als städtische Sonderschule im Primarbereich zum Schuljahrsbeginn 95/96 ihre Arbeit im Gebäude des Berufskollegs an der Gladbecker Straße auf. 1997 wurde die Schule nach dem Schöpfer von Phantasien, dem Kinderbuchautor Michael Ende, benannt. Die Schülerinnen und Schüler werden in sechs Jahrgangsklassen von ausgebildeten Sonderschullehrerinnen und Sonderschullehrern, einem pädagogischen Mitarbeiter und einem Zivildienstleistenden betreut.

Die Michael-Ende-Schule ist eine Durchgangsschule. Der Unterricht wird gemäß den Richtlinien und Lehrplänen der Grundschule gestaltet. Ziel ist die baldmögliche Rückführung der Schüler in die Grundschule oder weiterführende Schule mit Anschluss an das Leistungsniveau der aufnehmenden Klasse.

SchulhausDie Michael-Ende-Schule hat mit Beginn des Schuljahres 2007/2008 das Schulgebäude der ehemaligen Josefschule an der Mühlenstr. 16 übernommen. Neben sechs Klassenräumen verfügt die Schule über verschiedene Verwaltungs- und Fachräume (Schulküche, Selbstlernzentrum mit Mediothek, Werkraum, Snoezelraum, Trainingsraum, Schwimmhalle) und Räume für die Pausen- und Freizeitgestaltung. Zum Außenbereich gehört ein kindgerecht gestalteter Schulhof mit Spielgeräten und Bolzplatz.

Aufnahme und Rückführung

Die Aufnahme an die Michael-Ende-Schule kann erfolgen, wenn bei einem Kind Auffälligkeiten und Probleme im sozialen und emotionalen, im psychosomatischen und psychomotorischen Bereich sowie im Leistungsverhalten auftreten . Ein sonderpädagogischer Förderbedarf liegt nach § 5 Abs. 3 AO-SF vor, wenn sich Kinder der Erziehung in der allgemeinen  Schule (Grundschule) so nachhaltig verschließen oder widersetzen, dass  sie im Unterricht nicht hinreichend gefördert werden können und ihre eigene Entwicklung und/oder die ihrer Mitschüler erheblich gestört oder gefährdet wird. Über den sonderpädagogischen Förderbedarf, den Förderschwerpunkt und den Förderort entscheidet die Schulaufsichtsbehörde im Rahmen eines Feststellungsverfahrens.

Am Ende eines jeden Schuljahres wird geprüft, ob der sonderpädagogische Förderbedarf weiterhin besteht oder ob der Besuch einer anderen Schule angebracht ist. Ist eine sonderpädagogische Förderung nicht mehr notwendig, besucht das Kind wieder die entsprechende Jahrgangsklasse der Grundschule. Am Ende der Klasse 4 nehmen alle Schüler am Übergangsverfahren für die weiterführenden Schulen teil.

Kann der sonderpädagogische Förderbedarf auch nach Abschluss der Klasse 4 noch nicht aufgehoben werden, verbleibt das Kind in der Sekundarstufe der Michael-Ende-Schule. Nach Abschluss des 6. Schuljahres wechseln die Schülerinnen und Schüler in den Gemeinsamen Unterricht an eine Hauptschule oder Gesamtschule. Beim Gemeinsamen Unterricht wird ein Sonderschullehrer mit einem Teil seiner Unterrichtsstunden  zur Deckung des sonderpädagogischen Förderbedarfs an die allgemeine Schule abgeordnnet.

Erziehung, Unterricht  und
sonderpädagogische Maßnahmen

An der Michael-Ende-Schule beziehen sich die erzieherischen Maßnahmen sowohl auf traditionell schulische Felder als auch auf das gesamte Lebensumfeld der Kinder. Die sonderpädagogische Arbeit an unserer Schule basiert auf einer “systemischen Sichtweise”, welche die Ursache für Erziehungsschwierigkeiten nicht allein beim Schüler sieht, sondern auch das gesamte soziale Umfeld mit berücksichtigt.

Durch eine besondere Gewichtung von Fächern und Unterrichtsinhalten und durch die Berücksichtigung individueller Lernwege wird auf die vorliegenden Erschwernisse Rücksicht genommen. Der Unterricht in den Jahrgangsklassen wird durch weitgehend individualisierende Fördermaßnahmen in allen Lernbereichen unterstützt.

Erziehung, Unterricht und sonderpädagogische Maßnahmen sind miteinander verwoben und ergänzen sich wechselseitig.

Für jeden Schüler wird auf der Grundlage umfassender diagnostischer Erhebungen ein Erziehungsplan erstellt, der ausgehend vom Ist-Zustand ein gestuftes Konzept (sonder-)pädagogischer Maßnahmen und konkrete Handlungsanweisungen enthält, um unangemessene Verhaltensweisen ab- und sozial erwünschtes Verhalten  aufzubauen (Prinzipien der Verhaltensmodifikation, Gesprächstechniken, Psychomotorik). Die Erziehungspläne werden von den Teamlehrern in regelmäßigen Abständen überprüft und aktualisiert.

Schulspezifische Angebote

dinos Im Rahmen des Schultages finden besondere Angebote statt, bei denen die Schüler neue Erfahrungen sammeln, Verhaltensweisen erproben und besondere Fähigkeiten entwickeln können. Zu diesen schulspezifischen Angeboten zählen ausgewählte Lernwerkstätten zu unterschiedlichen Themen, die Arbeit mit Lern- und Übungsprogrammen am PC und der Zugang zu vielfältigen Medien im Selbstlernzentrum. Zusätzliche unterrichtliche Angebote für die Jahrgänge 3 und 4 gibt es im Bereich Hauswirtschaft und Werken. Daneben gibt es regelmäßig stattfindende Arbeitsgemeinschaften im musischen, sportlichen und künstlerischen Bereich (Theater und Darstellendes Spiel, Schülerband, Schwimmen).

Im Sinne einer Schule als Lebensraum wird das Schuljahr durch viele kleine und große Feiern entsprechend der jahreszeitlichen bzw. religiösen Feste strukturiert. Diese Schulfeste geben den Schülern Orientierung und Halt sowie darüber hinaus einen Rahmen, innerhalb dessen sie ihre Arbeiten den Mitschülern, Lehrern, Eltern  und Geschwistern präsentieren können und dadurch ihr Selbstwertgefühl ausbilden und stabilisieren.

Die Michael-Ende-Schule organisiert jedes Jahr ein Fußballturnier für alle Förderschulen der Stadt Bottrop in der Sporthalle des Berufskollegs. Die Spieler der Schulmannschaft wetteifern dabei mit den Mannschaften der anderen teilnehmenden Schulen um den begehrten Wanderpokal. Seit einigen Jahren nehmen auch regelmäßig Mannschaften aus Oberhausen und Haltern am Turnier teil. Jeder Spieler erhält zusätzlich eine Urkunde und kann sich nach der Siegerehrung mit Getränken und einem kleinen Imbiss für die Heimfahrt stärken.

Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit ergänzt und erweitert die pädagogische Arbeit in den Klassen und bezieht sich sowohl auf die Bereitstellung von Spiel- und Freizeitangeboten als auch auf die enge Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten und sonstigen Personen und Gruppen des kindlichen Umfeldes. Da die Michael-Ende-Schule noch nicht über eine Sozialpädagogin/einen Sozialpädagogen in fester Anstellung verfügt, werden Aufgaben der Schulsozialarbeit von pädagogischen Mitarbeitern und Jahrespraktikantinnen/Jahrespraktikanten wahrgenommen. Ihre Arbeit verteilt sich auf mehrere Bereiche: den festen Einsatz in den Pausen und in den Arbeitsgemeinschaften, den flexiblen Einsatz am Schulvormittag und die regelmäßige Zusammenarbeit mit den Eltern und Erziehungsberechtigten. Schulsozialarbeit unterstützt die Eltern  und gibt ihnen Hilfestellung im Umgang mit ihren Kindern. An der Michael-Ende-Schule hat sich das "Mütter-Café" als Ort des regelmäßigen Austausches zwischen Elternhaus und Schule besonders bewährt.

Kooperation und Vernetzung

Auf der Grundlage der systemischen Sichtweise ist eine intensive Zusammenarbeit mit allen an der Erziehung des Kindes beteiligten Personen und Institutionen notwendig. Die intensive Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten (Eltern) ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Im Sinne einer optimalen personalen Entfaltung des Kindes sowie der gemeinsamen Arbeit an Verhaltensproblemen kann auf einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch und  die Abstimmung  in grundlegenden Fragen der Erziehung nicht verzichtet werden. Durch Einbeziehung der Eltern in schulische Aktivitäten  wird die Sichtweise der Eltern modifiziert und sie erleben, dass ihre Kinder bereit und fähig sind, zielgerichtet und kooperativ Aufgaben zu bewältigen.

Für den Erfolg unserer Arbeit kommt es außerdem auf eine enge Zusammenarbeit und Vernetzung mit allen Personen und Institutionen an, die medizinische,  therapeutische oder pädagogische Hilfen für das erziehungsschwierige Kind anbieten. Einige Kooperationsmöglichkeiten haben sich schon seit langem bewährt, so z.B. der Kontakt mit städtischen Dienststellen (z.B. Jugendamt, Gesundheitsamt, Schulberatungsstelle), sozialen Einrichtungen der freien Träger (z.B. Caritas, Diakonisches Werk) sowie weiteren am individuellen pädagogischen Prozess beteiligten Fachleuten (z.B. Kinderpsychiatern, Ergotherapeuten).

Beratung im Vorfeld des AO-SF

Oft besteht an den allgemeinen Schulen bei vielen Kolleginnen und Kollegen Unsicherheit, ob die Lern- und Entwicklungsstörungen  eines Kindes vorübergehender Natur sind und mit den Fördermöglichkeiten der eigenen Schule dauerhaft behoben werden können. Damit nicht wertvolle Zeit verstreicht, bietet die Michael-Ende-Schule Beratungshilfe in all den Fällen, in denen die Durchführung eines Feststellungsverfahrens (AO-SF) aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten eines Schülers erwogen wird. Sonderschullehrkräfte der Michael-Ende-Schule kommen nach Absprache zu einem persönlichen Gespräch an die Schule oder nehmen nach Einladung an pädagogischen Konferenzen teil.

Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Seit kaum mehr 30 Jahren vollzieht sich in psychologisch-psychotherapeutischen Praxisfeldern ein Wandel zu Therapieformen, denen gemeinsam ist, dass sie individuelle Störungen unter dem Aspekt des an der Störung beteiligten Systems betrachten. Diese Betrachtungsweise hat auch die Arbeit an Schulen bei Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen maßgeblich beeinflusst.

Kinder und Jugendliche mit Verhaltensstörungen sind diesem Verständnis nach keine isolierten Individuen, sondern sind in ein System von sozialen Beziehungen eingebettet.

Die unterschiedlichen Bezugssysteme (Familie, Kindergarten u. Schule, Gesellschaft) beeinflussen das Verhalten des Kindes und bedingen durch den wechselseitigen Austausch das Verhalten anderer Personen. Das Kind beeinflusst durch sein Verhalten wiederum die jeweiligen Bezugssysteme.

Abweichende Verhaltensweisen können aus systemischer Sichtweise eine sinnvolle Bedeutung für das Kind innerhalb eines Systems haben. Kinder bilden somit unterschiedliche Verhaltensweisen aus, die für das jeweilige System und das Kind eine ganz bestimmte Funktion haben. Bei Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen gibt es vielfältige Erscheinungsformen abweichenden Verhaltens. Dabei führt das Zusammentreffen bestimmter Symptome nicht immer automatisch zur Einordnung in eine spezifische Gruppierung von Verhaltensweisen. Es lässt sich kaum eine endgültige Gesetzmäßigkeit aufzeigen, die die Beziehung zwischen Ursache und Erscheinungsform von Verhaltensstörungen allgemeingültig erklären kann. Verschiedene Ursachen können zu gleichen Erscheinungsformen führen, gleiche Ursachen können sehr unterschiedliche Erscheinungsformen aufweisen.

Allgemeine Aussagen zu Erscheinungsformen und Entstehungssbedingungen  von Verhaltensstö rungen bei Kindern und Jugendlichen können deshalb nur Hinweischarakter haben. Für den Einzelfall ist immer von ganz individuellen Konstellationen auszugehen.

Außerschulische Lernorte

AltenheimDas Aufsuchen außerschulischer Lernorte hat in der Pädagogik eine lange Tradition und ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern, Primärerfahrungen im gesellschaftlichen Umfeld und im Umweltbereich zu sammeln, zu bewerten und Wissen zu erwerben. Der Lehrer tritt in den Hintergrund und die Sache selbst bekommt die ihr zustehende Bedeutung. Rücksichtnahme untereinander und ein hohes Maß an Disziplin werden eingefordert, um sich an außerschulischen Lernorten zu bewegen und die Anpassung an fremde Ordungs- und Regelsysteme führt zur Stärkung der eigenen sozialen Kompetenzen. Die Michael-Ende-Schule pflegt intensive Kontakte zum Altenwohnheim am Ostring und führt jährlich eine Theaterfahrt nach Oberhausen durch. Daneben finden Tagesausflüge zum Waldpädagogischen Zentrum, zu Handwerksbetrieben, zu kommunalen Einrichtungen (Stadtbücherei) und anderen außerschulischen Lernorten statt.

Snoezelen

In unserem speziell eingerichteten Snoezelen-Raum haben die Schüler die Möglichkeit, zur inneren Ruhe zu gelangen.
Snoezelen bietet eine bequeme und sichere Umgebung, in der die primären Sinne durch eine ausgewogene Kombination von Musik, Lichteffekten, sanfter Vibration, taktiler Stimulation und Aromen angeregt werden.

Unabdingbar ist hierbei die Möglichkeit zur Entspannung, denn nur auf der Grundlage innerer Gelöstheit können Sinneseindrücke tiefenwirksam werden. Der Snoezelen-Raum ist bewusst in einer hellen Farbtönung gehalten, damit lichtoptische Reizangebote reflektiert werden können (Lichteffekt-Räder / Projektoren / Wasserblasensäulen). Daneben werden auditive Angebote in Form von spezieller Entspannungsmusik und unterschiedlichste Materialien zur taktilen Wahrnehmung (Massagebälle und andere taktile Geräte) eingesetzt.

Im Bereich von Schule kann das Snoezelen-Konzept insbesondere bei Kindern mit Wahrnehmungs- und Teilleistungsstörungen, Auto- und Fremdaggressionen, Angstzuständen und hyperkinetischem Syndrom vor allem in der Krisenintervention und Prävention eingesetzt werden.

Unter Achtung der individuellen Bedürfnislage des jeweiligen Kindes und unter Berücksichtigung des ganzheitlichen Ansatzes kann der Lehrer Snoezelen in Unterrichts- und Schuleinheiten einbauen.

Michael-Ende-Schule · Mühlenstr. 16 · 46238 Bottrop
Telefon 02041 698505 · Fax 02041 658416